Blogbeiträge

Hundeprobleme nach der Corona-Krise

Die aktuelle Krise in der Welt wirkt sich auch auf unsere Hunde aus. Plötzlich ist der Halter fast rund um die Uhr Zuhause, die Beschäftigung des Hundes nimmt möglicherweise zu und der gewohnte Tagesablauf kommt durcheinander.

 

Durch das Meiden von sozialen Kontakten müssen sich unsere Hunde schlagartig weniger mit anderen Hunden auseinander setzen und für die Welpen gibt es keine Gruppenstunden mehr.

 

Das Alleine-Bleiben wird vergessen

Durch die ständige Anwesenheit des Besitzers, vergisst dieser gänzlich, dass sein Hund sich an die neue Situation gewöhnen wird und eventuell später, wenn der Mensch wieder seinem beruflichen Alltag nachgehen kann, nicht mehr alleine bleiben können. Um dem vorzubeugen, empfehlen wir dringend, den Hund immer wieder "pseudo-alleine" zu lassen. Das heißt, Sie sollten öfter mal den Raum verlassen und die Tür hinter sich schließen, den Hund nicht jedes Mal mit zum Briefkasten nehmen oder, wenn Sie ein Haus besitzen, ihn auch mal längere Zeit in einem anderen Stockwerk verweilen lassen. Diese Übungen setzen voraus, dass der Hund bisher bereits gut alleine bleiben konnte. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie dennoch üben, indem Sie kurz aus dem Zimmer gehen und die Tür nur für wenige Sekunden schließen. Auch das sinnlose Umherlaufen in der ganzen Wohnung kann hier helfen, da es dem Hund irgendwann zu blöd wird, ihnen zu folgen, wenn nichts spannendes dabei passiert.

Im Idealfall ist der Hund bereits satt und etwas müde, da Sie ihn kurz vorher beschäftigt haben. Wir raten jedoch dringend davon ab, dem Hund während Ihrer (wenn auch kurzen) Abwesenheit einen Kauartikel zu geben. Dies kann im Ernstfall böse enden, wenn er ein zu großes Stück verschluckt und es von Ihnen unbemerkt im Halse stecken bleibt.

 

Der Hund wird zum Beschäftigungs-Junkie

Ein weiteres mögliches Problem ist die übermäßige Beschäftigung der Hunde. Der Halter hat nun Zeit, mehr mit dem Hund zu unternehmen und sei es nur das Leckerli-Suchspiel zuhause. Achten Sie darauf, Ihren Hund nicht mehr oder weniger zu beschäftigen, als sonst auch. Fehlende Spaziergänge werden durch Übungen Zuhause ersetzt, jedoch keine zusätzliche "Bespaßungs-Zeit" hinzugefügt. Hunde sind Gewohnheitstiere, das heißt, sie werden die zusätzliche Bespaßung schon innerhalb von wenigen Wochen als Standard ansehen und diese später auch einfordern.

 

Welpen haben zu wenige Sozialkontakte

Eine Sache, die mir ganz besonders am Herzen liegt und mir Sorgen bereitet, sind die aktuellen Welpen, welche keine Welpenschule besuchen können und auch im Alltag nur auf wenige Hunde und Menschen treffen. Dadurch könnte die Sozialisierung eingeschränkt sein, insbesondere durch den fehlenden Kontakt zu verschieden aussehenden Menschen. Da Sie aktuell Abstand zu Anderen halten sollen, können Sie ihrem Welpen auf Distanz zeigen, dass der fremde Mensch mit dem gruseligen Hut oder dem komischen Einkaufswagen gar nicht so schlimm ist. Belohnen Sie ihn einfach, sobald Ihr Hund den Fremden wahrgenommen hat, indem Sie ihm "beiläufig" ein Leckerli ins Maul schieben. Dies sollte nicht übertrieben freudig, sondern wirklich "nebenbei" geschehen, da Sie sonst Aufregung fördern würden und das natürlich in diesem Fall kontraproduktiv ist. Durch das Leckerli beim Anblick des fremden Menschen wird dieser positiv verknüpft. Genauso handhaben Sie es natürlich mit Fahrradfahrern, Joggern, Autos, Rollern, anderen Hunden und Tieren, sowie mit jedem "gruseligen" Gegenstand.

Durch das Fehlen von Hundekontakten ist es möglich, dass die aktuellen Welpen später eher Probleme mit Artgenossen entwickeln, da sie in der wichtigen sensiblen Phase nicht gelernt haben, wie man mit ihnen umgeht. Dies lässt sich mit den aktuellen Regelungen leider nur sehr schwer vorbeugen. Sollten Sie andere Hunde innerhalb der Familie haben, sollten Sie Kontakt zu diesen ermöglichen. Sobald die Krise - hoffentlich bald - vorbei ist, empfehlen wir Ihnen, eine Hundeschule mit Gruppenkursen aufzusuchen, in denen die Hunde unter Kontrolle auch frei spielen dürfen. Ereignisse, die in der sensiblen Phase fehlen, sind zwar nur schwer nachzuholen, aber der Hund ist dennoch in der Lage, durch spätere Hundekontakte ein besseres Sozialverhalten zu entwickeln.

 

Sollten Sie Unterstützung bei der Erziehung Ihres Welpen oder Tipps zum Verhalten bei Hundebegegnungen benötigen, können Sie gerne jederzeit eine Online-Einzelstunde bei uns buchen! (info@lieblingshundeschule.de) Es wird demnächst außerdem ein Online-Seminar zum Thema Körpersprache geben, in dem Sie lernen, Ihren Hund eigenständig zu lesen.

 

Auch erwachsene Hunde haben weniger Sozialkontakte als gewohnt. Dies ist jedoch als weniger problematisch, ja für einige sogar als förderlich anzusehen. Erwachsene Hunde haben in der Regel gelernt, wie sie mit Hunden umgehen müssen und werden dies auch nicht innerhalb von einigen Wochen verändern. Problematische Hunde sind froh, wenn sie sich einige Zeit nicht mit stressigen Hundebegegnungen auseinandersetzen müssen und können möglicherweise endlich den angestauten Stress abbauen. Und diejenigen, die draußen nicht mehr reagieren, da sie nur Hundespiel im Kopf haben, können jetzt lernen, dass ihre Halter genauso spannend sind. Nutzen Sie die Chance, Ihren Hund auf Sie zu fokussieren, damit er draußen mit seiner Aufmerksamkeit auch in Anwesenheit anderer Hunde bei Ihnen bleibt.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Hunden für diese schwierige Zeit alles Gute!

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Wohnungssuche mit Hund

Hund Hundeschule München Erding Trennungsangst

Insbesondere in München wird schon fast jeder einmal festgestellt haben, dass die Wohnungssuche mit Hund alles andere als leicht verläuft. In der Großstadt sind die Mietwohnungen generell sehr begehrt. Mit 100 Anfragen pro Tag können Vermieter bei einem Inserat rechnen. Da ist es ein Leichtes, Hunde zu verbieten, schließlich hat man genug Auswahl an anderen potentiellen Mietern.

Doch warum sind Hunde in Mietwohnungen so unbeliebt? Unsere Vierbeiner gehören doch zur Familie. Viele Hundehalter können die Gedankengänge der Vermieter nicht nachvollziehen.

 

Als Hundetrainer sieht das schon etwas anders aus, denn wir erleben, was im Hundealltag alles schiefgehen kann. Stundenlang heulende Hunden mit Trennungsangst, laut bellende selbsternannte "Bodyguards", die bei jedem Geräusch anschlagen und die Nachbarn damit im Treppenhaus zu Tode erschrecken, kläffen am Gartenzaun oder Zerkratzen von Haustüre und Boden, wenn der Besitzer mal nicht da ist. Das alles sind zahlreiche Gründe, weshalb viele Vermieter Hunden gegenüber so kritisch eingestellt sind.

Diese Probleme kann jeder Mal bekommen, sei es durch ein ungewolltes traumatisches Erlebnis, durch die Rasseveranlagung, Übernahme eines Tierschutz-Hundes mit schwieriger Vorgeschichte oder auch schlichtweg durch fehlendes Wissen in der Hundeerziehung - jeder von uns hat mal angefangen und sicherlich auch Fehler gemacht, dies ist somit keine Seltenheit und auch kein Grund, sich zu schämen. Genau für diese Fälle gibt es professionelle Hundetrainer, die euch helfen, euer Wissen zu erweitern oder das Trauma eures Lieblingshundes aufzulösen.


Häufig werden wir leider erst gerufen, wenn das Kind schon viel zu weit in den Brunnen gefallen ist und das Problem schon monatelang besteht. Verständlich, dass Nachbarn und Vermieter nicht erfreut darüber sind, dass über Monate häufig stundenlang gebellt  oder Eigentum des Vermieters, wie z.B. die Haustüre zerkratzt wird.

Diese Probleme verschwinden in der Regel leider nicht wieder von allein und stellen selbstverständlich auch für Hund und Besitzer einen enormen Stressfaktor im Alltag dar. Durch den Druck, der durch die Außenstehenden entsteht, wird dann häufig zu aversiven Trainingsmethoden gegriffen, da es natürlich auf den ersten Blick schneller geht, ein Symptom zu unterdrücken, statt es an der Ursache zu greifen und aufzulösen. Die über Monate bestehende Trennungsangst soll dann am besten innerhalb von 2 Wochen wegtrainiert werden, das jahrelang eingeübte Besucher verbellen am besten noch schneller.

Unter Zeitdruck funktioniert kein Training! Verhalten, welches sich über Monate oder Jahre aufgebaut hat, benötigt ebenfalls einige Zeit, um wieder verlernt zu werden. Leider erleben wir es hin und wieder, dass Hunde abgegeben werden, weil nach einer einzigen Trainingsstunde immer noch Besuch angebellt wird oder der Hund nicht von heute auf morgen problemlos alleine bleiben kann. Trotz dem Verständnis des Halters, dass Probleme nicht innerhalb von einer Stunde schlagartig verschwinden, drängt der entstandene Zeitdruck oder die ggf. bereits ausgesprochene Kündigungsdrohung des Vermieters verzweifelte Halter zu diesem Schritt. An diesem Punkt wird den meisten bewusst, dass die Hilfe zu spät gerufen wurde.

 

Mein Appell an alle Hundebesitzer, deren Fellnasen Probleme haben, die Mitmenschen und Nachbarn stören könnten, lautet daher, sich rechtzeitig Hilfe zu holen und nicht erst, wenn bereits die Kündigungsdrohung des Vermieters da ist oder der Nachbarschafts-Frieden auf der Kippe steht.

Geht mit gutem Beispiel voran und zeigt der Welt, dass Hunde in Mietwohnungen kein Problem darstellen müssen! :-) Wenn euch ein Problem aus dem Ruder läuft oder ihr direkt von Beginn an vorbeugen und alles richtig machen wollt, meldet euch frühzeitig bei einer guten, positiv arbeitenden Hundeschule in eurer Nähe.

Insbesondere den typischen Erscheinungen mit übermäßigem Schutztrieb, Bellen beim Klingeln oder Trennungsangst, lässt sich meist bereits im Welpenalter gezielt vorbeugen. Auch bei neu übernommenen, erwachsenen Hunden, die das Problem bereits mitbringen, lässt sich das Verhalten mit einem individuellen Trainingsplan verbessern oder sogar komplett auflösen.

 

Gerne könnt ihr uns für ein persönliches Einzeltraining kontaktieren: info@lieblingshundeschule.de oder unter 015774222779.

Für mehr Frieden, Harmonie und einen besseren Ruf von Hundehaltern gegenüber Nachbarn und Vermietern. :-)

 

-> Welche Erfahrungen habt ihr bei der Wohnungssuche mit Hund gemacht?
     Berichtet uns darüber gerne in den Kommentaren!

 

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Tipps gegen Schneebälle im Hundefell

Schneebälle im Hundefell, Schnee
Mehr Schneemann als Hund - die kleine Sally aus unserer Hundeschule darf heute mal ein ganz spezielles Model sein. ;-)

Alle Jahre wieder und nun ist es endlich so weit, der Winter hat auch uns voll erreicht und viele Hunde freuen sich riesig über den vielen Schnee.


Die meisten langhaarigen Hunde frieren nicht so schnell und toben daher ganz besonders gerne durch den tiefen, weichen Schnee. Doch der Spaß ist häufig frühzeitig zu Ende, sobald sich die ersten Schneeklumpen an den Beinen und Pfoten unserer geliebten Fellnase festgesetzt haben. Mit den Händen sind diese nur schwer zu entfernen und je nach Fellbeschaffenheit kann der Hund sich teilweise schlecht bis gar nicht mehr richtig fortbewegen. Auch die Schneebommeln zwischen den Zehen können dazu führen, dass der Hund keine Pfote mehr auf den Boden setzen möchte.

 

Wir haben mithilfe von Tierärzten und Erfahrungswerten einige nützliche Tipps für euch zusammengestellt, wie ihr bereits im Vorfeld verhindert könnt, dass sich Schneebälle am Fell eures Hundes bilden.

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Vorsichtig giftig - versteckte Gefahr im Weihnachtsgebäck!

 

Weihnachten ist die Zeit der Familie und Besinnung. Das Backen von typischen Plätzchen und Stollen ist um diese Jahreszeit in vielen Haushalten sehr beliebt.

Schnappt sich dein Hund jedoch solch ein liebevoll zubereitetes oder auch gekauftes Weihnachtsgebäck, kann die Ruhe aprupt enden. Damit auch dein Weihnachtsfest gemütlich ablaufen kann und nicht beim Tierarzt endet, stellen wir dir heute kurz und knackig einige für den Hund toxisch wirkende Zutaten vor.

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Warum Welpenspiel wichtig ist

Welpenspielstunde München
Welpen beim Spielen

"Bring deinen Welpen mal lieber zu einem souveränen Althund - von anderen Welpen kann er sowieso nichts lernen!" So oder so ähnlich hat man das schon oftmals unter Hundeleuten gehört. Doch was ist wirklich an dieser Aussage dran?

 

Welpen brauchen Sozialkontakte, das ist heutzutage für jeden Hundebesitzer selbstverständlich. Da Welpengruppen durch übertrieben langes Spiel oder fehlendes Eingreifen durch den Trainer / Halter leider teilweise in Verruf geraten sind, schwören immer mehr Menschen auf den Kontakt zu Althunden. Diese würden die Welpen erziehen, was sollten Babys schon von anderen Gleichaltrigen lernen.

 

Doch das ist ein Trugschluss. Tatsächlich kann ein souveräner Althund in einer Welpengruppe unterstützend wirken, jedoch geschieht dies in den seltensten Fällen auf angemessene Art und Weise. Viele Welpen wirken durch das Eingreifen verschreckt, denn es ist etwas völlig anderes, von der Mutter oder von einem komplett fremden Hund gemaßregelt zu werden. Der fremde Hund wirkt bedrohlich, das Eingreifen geschieht womöglich unvorhergesehen.


Erwachsene Hunde sind zu geduldig

Aufgund der Gerüchte über das sinnlose Welpenspiel, suchen sich manche Hundebesitzer vereinzelte erwachsene Hunde und hoffen darauf, dass ihr Welpe von diesem Hund lernen würde. Doch meist ist das Gegenteil der Fall: Erwachsene Hunde lassen sich in der Regel extrem viel gefallen, insbesondere ein souveräner Hund wird gelernt haben, dass so ein Welpe gar nicht ernst zu nehmen ist und die Nervereien einfach ignorieren. Der Welpe bekommt damit keine Grenzen gesetzt und lernt nicht, dass Beißen oder übertriebenes Spiel unerwünscht und unangenehm ist.
Beobachten Sie hingegen mal die Welpen unter sich: Wenn einer zu fest zwickt, wird gequiekt oder genauso fest zurück gezwickt. Der handelnde Welpe lernt dadurch, dass Zwicken unangenehm ist und sogar zum Spielabbruch durch den anderen Welpen (oder den Trainer / Besitzer) führt und sich somit nicht lohnt. Da Hunde nur das tun, was sich für sie lohnt, wird der Welpe das Zwicken bald verringern oder ganz einstellen. Dasselbe gilt natürlich für übertriebenes, zu wildes und lautes Spiel, in den anderen hineinrennen, auf ihm herumhüpfen usw.

Fazit

Welpen können also von bzw. mit anderen Welpen eine Menge sehr wichtiger, grundlegender Sachen erlernen. Insbesondere eine gute Beißhemmung wird hierbei gefördert, was im Umgang mit erwachsenen Hunden oftmals nicht der Fall ist, da diese sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen und selbstverständlich durch die dickere Haut schlichtweg unempfindlicher sind, als Welpen.

 

Der Besuch einer gut geführten, beaufsichtigen Welpengruppe mit angemessen und kurzen Spielsequenzen ist somit durchaus sinnvoll und empfehlenswert.

 

Sie sind auf der Suche nach einer Welpenschule? Dann rufen Sie uns gerne unter 015774222779 an oder schreiben uns eine E-Mail an info@lieblingshundeschule.de . Wir freuen uns auf Sie und Ihren Welpen!

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