Spiel zum Beginn der Stunde - eine unterschätzte Problematik

Warum Spiel zum Kursanfang kontraproduktiv ist und wie man es besser machen kann!

Herzlich Willkommen und Leinen los! In den meisten Hundeschulen wird der Kursbeginn mit einem Hundespiel eröffnet, häufig damit begründet, dass die Hunde sich danach besser konzentrieren können.

 

Warum diese Praktik für die Konzentration eher kontraproduktiv ist, erklären wir euch heute in unserem Blogbeitrag.

 

Fast jeder, der schonmal in einer Hundeschule war, kennt es: Man kommt auf den Platz, es wird kurz ein Sitz verlangt, die Leinen kommen ab und los gehts - die Hunde dürfen spielen und toben, was das Zeug hält! Aber stimmt es wirklich, dass Hunde sich danach besser konzentrieren können? Mit Sicherheit tut man sich leichter, wenn der Hund schonmal etwas "ausgespielt" ist, jedoch stellt dieses Vorgehen auf lange Sicht besonders in Welpengruppen bereits die ersten Weichen für späteres Problemverhalten: Die Hunde lernen, dass die Anwesenheit anderer Hunde oder auch der Aufenthalt auf dem Hundeplatz immer erstmal Action bedeutet. Was Anfangs vielleicht noch niedlich wirkt ("Wie süß, er freut sich so riesig über die anderen Hunde und die Hundeschule, dass er ganz aufgeregt herumspringt!"), kann später zum echten Problem werden. Der Hund wird möglicherweise anfangen, bereits im Auto aufgeregt zu sein, wenn es zum Hundeplatz gehen soll. Die kleinen anfängliche Anzeichen , wie z.B. stärkeres Hecheln, angespannte Muskulatur, hektische Bewegungen werden dabei häufig übersehen. Meist fällt es erst auf, wenn der Hund vor lauter "Vorfreude" anfängt aufgeregt an der Leine zu ziehen, zu Bellen und zu Fiepsen oder nicht mehr ansprechbar ist, sobald man am Hundeplatz ankommt.
Das kann sich so weit ausweiten, dass der Hund auch im Alltag ähnlich auf andere Hunde reagiert, weil er in der Hundeschule gelernt hat, dass man mit Hunden immer sofort spielen darf. Wird dies dann im Alltag, z.B. wegen angrenzender Straßen o.ä. verhindert, kann schnell eine Frustration entstehen und der sonst ganz freundliche Hund, fängt plötzlich an, fremde Hunde auf Entfernung anzubellen oder in die Leine zu schnappen. Auch die Leinenführigkeit kann darunter leiden.

 

Der wahre Grund, warum viele Hundetrainer es dennoch so handhaben, liegt darin, dass die meisten Hunde nach einem kurzen Spiel tatsächlich erstmal etwas ruhiger und ansprechbarer sind, was die ganze Sache für den Trainer schlichtweg weniger anstrengend macht. Dass daraus ein echtes Problem für Hund und Halter entstehen kann, wird dabei oft außer Acht gelassen.

Eine bessere Lösung ist es, die Hunde zu Beginn der Stunde erstmal eine ruhige Entspannungsübung machen zu lassen. Wird dies schon im Welpenkurs so gehandhabt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen ruhigen und gelassenen Hund bei späteren Hundebegegnungen und dem Aufenthalt auf dem Hundeplatz wesentlich höher, da der Hund gelernt hat, anwesende Hunde mit Entspannung zu verknüpfen und nicht mit einem aufregenden Spiel.

 

Natürlich sollte das Spiel trotzdem nicht zu kurz kommen, denn hier werden soziale Fähigkeiten verbessert. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Spiel nicht zu lang geht und die Erregungslage nicht zu hoch steigt. Auch sollte der Trainer ein geschultes Auge für die Erkennung von Mobbing haben, besonders bei Jagdspielen wird häufig übersehen, dass es sich für das "Opfer" nicht mehr um ein Spiel handelt. Mehr dazu in unserem nächsten Blogbeitrag.


Fazit: Hundespiel ansich ist eine wichtige und sinnvolle Sache, denn hier werden soziale Fähigkeiten erlernt und verbessert, sowie bei Welpen die Beißhemmung geübt. Jedoch sollte es immer in kontrollierten Bahnen und bis zur sozialen Reife nicht regelmäßig zu Beginn der Stunde stattfinden. Unsere Empfehlung: Sucht euch eine Hundeschule, bei der das Hundespiel nur in Ausnahmefällen am Anfang der Stunde stattfindet!

 

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